Seebrücke Aufruf zur Kundgebung „Kein Raum den Identitären in Greifswald!“

Am 23. Februar kommt Martin Sellner – der Kopf der Identitären Österreichs – nach Greifswald, um einen Vortrag unter der Überschrift „Europa zwischen Identität und Tradition“ zu halten.
Die Lokalgruppe der Seebrücke MV ruft dazu auf, sich an der Kundgebung „Kein Raum den Identitären in Greifswald!“ zu beteiligen.

Die Identitären versuchen über meist doch recht unprofessionelle aber Aufsehen erweckende Aktionen und die daraus folgende mediale Präsenz die öffentliche Auseinandersetzung zu bestimmen und den gesellschaftlichen Diskurs nach rechts zu verschieben.
Exemplarisch dafür steht ihre Kampagne „Defend Europe“. Unter dem zynischen Motto „Grenzen schützen – Leben retten“, versprachen sie vollmundig die Grenzen Europas vor „afrikanischen Eindringlingen“ zu schützen. Mit Hilfe von über 200.000€ aus Händen von rechten Gönnern charterten sie die C-Star, um vor der Küste Lybiens die Grenzen Europas „abzuschotten“.
Mit Martin Sellner ließ sich auch Robert Timm von der IB Deutschland von der Crew aus Sri Lanka übers Mittelmeer schippern, um innerhalb weniger Tage eine grandiose Pannenserie hinzulegen. Im Juli wurde das Schiff am Suez-Kanal und in Zypern aufgehalten, wo Kapitän und Besitzer der C-Star wegen des Vorwurfs des Menschenschmuggels vorübergehend festgenommen wurden. Fünf sri-lankische Crew-Mitglieder beantragten dort Asyl. Erst Mitte August begann der Einsatz des Schiffes und dauerte kürzer als eine Woche. Das Schiff der NGO Sea-Eye wurde von der Seenotleitstelle angewiesen der C-Star zur Hilfe zu eilen, da diese manövrierunfähig auf dem Mittelmeer trieb. Die Besatzung der C-Star lehnte jedoch jede Hilfe ab. Auch in Tunesien konnte die C-Star keinen Hafen anlaufen, weil Aktivisten es verhinderten, auch in Katalonien verschloss die Regierung ihre Häfen. Laut dem Katalanischen Roten Kreuz wurde die Crew aus Sri Lanka nicht bezahlt und hatte kein Geld, um Treibstoff, Essen oder Wasser zu kaufen. Seitdem wird sie vom Roten Kreuz versorgt und durfte Anfang Oktober aus humanitären Gründen in Barcelona anlegen. Getreu dem Motto „Bad news are good news!“ hinderte diese Bilanz die Identitären nicht daran, ihre Fahrt als „unbestreitbaren und totalen Erfolg“ zu verkaufen. Und bedauerlicherweise hatten sie damit nicht ganz Unrecht. Denn obwohl sie sich jedem klar denkenden Mensch als „originale Nichtskönner“ offenbarten, erreichten sie ihr eigentliches Ziel – mediale Präsenz. Diese bot ihnen die Möglichkeit, die etwa ein Dut-zend auf dem Mittelmeer eingesetzten zivilgesellschaftlichen Rettungsorganisationen (NGOs) als Schlepper zu denunzieren. Mit blanken Unterstellungen, falschen Behauptungen und gefaketen „Beweisen“ versuchten sie eine Debatte lostzutreten, um die Diffamierung ziviler Seenotrettung voranzutreiben. Rechtspopulistische Parteien und auch Regierungen griffen diese Argumentation händeringend auf. Viele der Hilfsorganisationen werden ohne Beweise kriminalisiert.

Die internationale Bewegung „Seebrücke – schafft sichere Häfen“ zeigt sich solidarisch mit den zivilen Seenotrettungsorganisationen, die wiederholt Ziel von rechten Angriffen wurden.
Sie stellt sich nicht nur der menschenverachtenden Politik der EU entgegen. Sie richtet sich auch gegen all jene, die diese Politik noch auf die Spitze treiben wollen, deren Ziel es ist, humanitäre Standards zu zersetzen und Menschenrechte aktiv in Frage zu stellen. Dazu gehört es die „neue Rechte“ da zu stören, wo es sie am meisten nervt. In ihren vermeintlichen Rückzugsräumen, wo sie sich unbemerkt von der Öffentlichkeit treffen und vernetzen wollen. Ob auf der Straße oder im öffentlichen Diskurs darf der „neuen Rechten“ kein Raum zugestanden werden. Die Lokalgruppe der Seebrücke MV ruft alle solidarischen Menschen dazu auf am 23.Februar auf die Straße zu gehen und bei der Kundgebung „Kein Raum den Identitären in Greifswald“ ihren Protest zu zeigen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.