Gedenkveranstaltung für die Opfer der europäischen Flüchtlingspolitik

Pressemitteilung vom 24.11.2018

Im Rahmen einer Aktion der Initiative /Seebrücke – schafft sichere Häfen!/ wurde heute auf dem Greifswalder Marktplatz der Opfer der europäischen Flüchtlingspolitik gedacht. Zunächst wurden über einen Lautsprecher die Namen zahlreicher Menschen verlesen, die bei ihrem Versuch, vor Krieg, Terror und Not nach Europa zu fliehen, ums Leben gekommen sind. Zeitgleich wurden Grabkerzen entzündet und ein großes Banner der Bewegung enthüllt, auf dem ein Ende der rigorosen Abschottungspolitik der EU in Form einer „Festung Europa“ gefordert wurde. Nach einer anschließenden Schweigeminute verlasen die circa 50 Anwesenden zusammen Forderungen an die Innenminister von Bund und Ländern, die sich am letzten Novemberwochenende zur Innenministerkonferenz in Magdeburg treffen werden. Sie forderten die Minister dazu auf, dem generellen Rechtsruck in der europäischen Politiklandschaft entgegenzutreten und sich für die Aufnahme weiterer Flüchtender einzusetzen. Weiterhin plädierten die Aktivist*innen für ein Ende der Kriminalisierung der zivilen Seenotrettung im Mittelmeer sowie die Bekämpfung der Fluchtursachen, welche die Menschen erst dazu zwingen, sich auf den lebensgefährlichen Weg ins vermeintlich sichere Europa zu machen.

Die Bewegung /Seebrücke – schafft sichere Häfen!/ formierte sich im Sommer diesen Jahres in ganz Europa als Reaktion auf die Eskalation der humanitären Katastrophe im Mittelmeer. Unter dem Namen der Initiative versammeln sich ohne strikt vorgegebene organisatorische Strukturen Menschen, welche die katastrophalen Folgen der derzeitigen Außenpolitik der Europäischen Union nicht weiter er- und mittragen wollen. Die lokalen Gruppen setzen sich dabei oft aus einer bunten Mischung von Menschen aus unterschiedlichsten Bereichen der Gesellschaft zusammen, die vor allem der Wunsch nach einem humanen und würdigen Umgang mit Menschen in Not eint. Mit zahlreichen kreativen Aktionen versuchen die Aktivist*innen, ihren Forderungen nach sicheren Transferrouten für Flüchtende, der Entkriminalisierung der zivilen Seenotrettung und der Bekämpfung der eigentlichen Fluchtursachen Gehör zu verschaffen.

Die heutige Aktion fand im Rahmen eines bundesweiten Aktionswochenendes statt, bei dem anlässlich des Totensonntages in ganz Deutschland lokale Gruppen der Seebrücke-Bewegung zum Gedenken an die Opfer der europäischen Flüchtlingspolitik aufrufen.

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