Pressemitteilung – Greifswald erklärt sich zum sicheren Hafen

Mit knapper Mehrheit hat die Greifswalder Bürgerschaft bei ihrer heutigen 30. Sitzung für die Annahme einer gemeinsamen Beschlussvorlage der Fraktionen Bündnis 90/DIE GRÜNEN Forum 17.4, SPD und DIE LINKE gestimmt. Somit wird die Hansestadt nun der Bundeskanzlerin sowie dem Landrat des Landkreises Vorpommern-Greifswald Unterstützung bei der Aufnahme von aus dem Mittelmeer geretteten Geflüchteten anbieten.
Greifswald folgt damit dem Beispiel zahlreicher anderer Gemeinden und Städte in Deutschland. Neben Großstädten wie Berlin, Hamburg, Köln und Bremen hatte sich auch Greifswalds Partnerstadt Osnabrück zuvor schon zum „sicheren Hafen“ erklärt und damit die Aufnahme weiterer Geflüchteter angeboten.

Vor dem Beginn der Bürgerschaftssitzung hatten Greifswalder Aktivist*innen der Initiative Seebrücke – schafft sichere Häfen! zu einer Kundgebung vor dem Rathaus aufgerufen. Mit verschiedenen Redebeiträgen wurden die etwa 100 Anwesenden über die Hintergründe und die aktuelle Entwicklung der humanitären Katastrophe im Mittelmeer informiert. Während der eigentlichen Bürgerschaftssitzung wurde dann ein
offener Brief der Initiative Seebrücke an die Mitglieder der Bürgerschaft verlesen, welcher zuvor bereits der lokalen und überregionalen Presse zugestellt wurde. „Wir freuen uns sehr darüber, dass sich nun endlich auch Greifswald zum sicheren Hafen erklären wird“ sind sich Stella Maris-Fischer und Ulf Grabowski, Sprecher der Seebrücke Bewegung in Mecklenburg-Vorpommern, einig. „Mit diesem symbolischen Akt bekennt sich die Stadt zu einem hilfsbereiten, offenen und humanistischen Umgang mit den geretteten Flüchtenden und setzen der zunehmenden populistischen und rechten Hetze gegen Migrant*innen ein deutliches Zeichen entgegen.“

Die Initiative Seebrücke – schafft sichere Häfen! ist eine internationale, dezentrale Bewegung mit zahlreichen lokalen Gruppen in ganz Europa. Sie formierte sich als Reaktion auf die Zuspitzung der Krise im Mittelmeer, wo infolge einer Kriminalisierung und weitgehenden Blockierung der zivilen Seenotrettung die Zahl der bei der Flucht ums Leben gekommenen Menschen in den letzten Monaten dramatisch anstieg. Die Aktivist*innen der Seebrücke möchten auf die Folgen der europäischen Außenpolitik aufmerksam machen und fordern sichere Transferrouten nach Europa, ein Ende der widerrechtlichen Behinderung der Seenotretter*innen und ein menschenwürdiges Leben für alle Flüchtenden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.