Aktionstag zur zivilen Seenotrettung im Mittelmeer
Mit einem Redebeitrag auf der Demonstration „Gemeinsam für selbstbestimmte Freiräume – Gegen rechte Meinungsmache und die Kriminalisierung von linker Politik“ wurde auf die derzeitige humanitäre Katastrophe vor der nordafrikanischen Mittelmeerküste aufmerksam gemacht.
„Allein im Monat Juni wurde dort der Tod von über 600 Geflüchteten offiziell registriert, die Dunkelziffer dürfte allerdings um ein vielfaches höher ausfallen“ erklärte Stella-Maris Fischer, Sprecherin der „Seebrücke“-Bewegung in Mecklenburg- Vorpommern.
Zeitgleich zur Demonstration verdeutlichten mehrere Greifswalder Vereine, Initiativen sowie Privatpersonen mit der Enthüllung von orangefarbenen Spruchbändern und Fahnen an verschiedenen Gebäuden in der Stadt ihre Solidarität mit der Bewegung.
Die Initiative „Seebrücke – schafft sichere Häfen!“ ist eine dezentrale und internationale Bewegung, welche im Zusammenhang mit der sich zuspitzenden Kriminalisierung der zivilen Seenotrettung im Mittelmeer während der letzten Wochen entstand und seitdem starken Zulauf in ganz Europa erfährt. Sie möchte auf die katastrophalen Folgen der Abschottungspolitik der Europäischen Union für die Betroffenen vor Ort aufmerksam machen und kritisiert aufs Schärfste die zunehmende Repression gegen die hilfeleistenden Retter im Mittelmeer. Aufgrund der massiven Behinderung der bereitstehenden Hilfsorganisationen und einer weitgehend ausbleibenden Übernahme der Seerettung durch staatliche Strukturen ist die effektive Rettung von in Seenot geratenen Flüchtenden faktisch zum Erliegen gekommen. In Folge dessen stieg in den letzten Wochen die Anzahl der Todesopfer bei der hochriskanten Flucht über das Meer dramatisch an.
Mit überregionalen Aktionstagen und vielfältigen, lokalen Veranstaltungen wollen die AktivistInnen der „Seebrücke“ der zunehmenden Verdrängung der humanitären Katastrophe im Mittelmeer aus dem öffentlichen Bewusstsein hierzulande entgegenwirken. So sind auch an diesem Wochenende wieder europaweit tausende von Menschen in zahlreichen Städten auf die Straße gegangen, um im Rahmen von Demonstrationen, Mahnwachen und Kunstaktionen ihren Widerspruch zur aktuellen Außenpolitik der Europäischen Union auszudrücken. In Anspielung auf die identitätsstiftende Farbe der Bewegung wird unter dem Motto „Day Orange“ auch am kommenden Samstag (04.08.2018) in vielen Städten zur Teilnahme an einem bundesweiten Aktionstag aufgerufen.

